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Bischof von Münster äußert sich angesichts von Missständen in der Fleischindustrie

Genn: Werde keine Vorschriften zu Konsum und Essverhalten machen

In der Diskussion um Missstände in der Fleischindustrie sagt Münsters Bischof Felix Genn, es sei nicht seine Aufgabe, „ganz konkret den Menschen moralische Vorschriften zu ihrem Konsum und ihrem Essverhalten zu machen“.

In der Diskussion um Missstände in der Fleischindustrie sieht sich Münsters Bischof Felix Genn in einer schwierigen Position. Es sei nicht seine Aufgabe, „ganz konkret den Menschen moralische Vorschriften zu ihrem Konsum und ihrem Essverhalten zu machen“, sagte Genn dem Kölner „Domradio“.

Er wolle den Menschen nicht vorschreiben, im Bio-Laden einzukaufen, aber Grundlinien aufzeigen, um Verantwortung zu stärken: „Ob man da jetzt mehr tun müsste oder ob ich jetzt auch noch über den Fleischkonsum predigen soll, da zögere ich.“

„Habe auf Missstände aufmerksam gemacht“

Der Bischof betonte, er habe öffentlich auf Missstände aufmerksam gemacht und sich nicht-öffentlich mit Politikern ausgetauscht. Zudem habe er katholische Verbände ermutigt, ihre Stimme zu erheben, wenn Arbeiter ausgebeutet würden. Wenn es um unterschiedliche Interessen gehe, sei die Rolle eines Bischofs jedoch nicht einfach.

Am Sonntag hatte der Sozialpfarrer Peter Kossen den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Der Priester aus Lengerich sei spätestens seit den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen als hartnäckiger Kämpfer gegen menschenunwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen bekannt, hieß es zur Begründung. Genn sagte, er habe Kossen zu der Auszeichnung gratuliert und der Ehrung im Vorfeld zugestimmt.

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