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Predigten am Heiligabend und am ersten Weihnachtstag im Dom in Münster

Genn zu Weihnachten: Gott hat in Jesus alles gesagt, was er sagen wollte

  • Im Kind Jesus habe Gott „alles gesagt, was er uns sagen wollte“.
  • Das hat Münsters Bischof Felix Genn in der Predigt am ersten Weihnachtstag betont.
  • Am Heiligabend nannte Genn das Weihnachtsfest das „Geheimnis der Begrenzung Gottes“.
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Zu Weihnachten ruft Bischof Felix Genn dazu auf, Jesus neu bei sich aufzunehmen. In diesem Kind habe Gott „alles gesagt, was er uns sagen wollte“, so Genn in der Predigt im Festgottesdienst am ersten Weihnachtstag im Dom in Münster.

Der Bischof griff einen Gedanken des früheren Papstes Benedikt XVI. auf, der sagte, man könne sich kein Bild von Gott machen, weil jedes Bild ihn „nur verkleinern“ würde. Gott aber habe „sich selbst zu sehen gegeben in dem, der sein wahres Bild ist“, so Benedikt. Genn folgerte, Gott werde in Jesus Mensch, damit die Menschen in dessen Fußstapfen treten könnten.

Aufruf zu Geschwisterlichkeit

Bischof Genn rief dazu auf, im Mitmenschen Schwester und Bruder zu erkennen. Das gelte auch in der aktuellen „schwierigen Corona-Situation“. Gelinge das nicht, bleibe „unser Wort und unser Bekenntnis schal und leer“ und trage nichts zum Leben und Überleben bei.

Genn bezog sich auf das Leitwort der bundesweiten Aktion 2021 des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, „ÜberLeben in der Stadt“. Sie war Ende November in Münster eröffnet worden.

Das Evangelium als „Sauerstoff“

Adveniat-Gäste hatten unter anderem berichtet, wie kirchliche Helfer in Brasilien Sauerstoffgeräte für schwer an Corona Erkrankte besorgten. Genn sah darin auch ein Bild dafür, „welcher Sauerstoff des Lebens in der Botschaft des Evangeliums“ und der Nächstenliebe liege.

Auch das Leben Jesu sei geprägt davon, Menschen beim Leben und Überleben zu helfen. In seinem „Sieg der Auferstehung“ habe Jesus schließlich „ein Überleben garantiert, von dem wir alle zehren dürfen“.

„Man kann Gott übersehen“

In der Christmette am Heiligabend hatte Genn das Weihnachtsfest das „Geheimnis der Begrenzung Gottes“ genannt. Gott werde Mensch, klein, unscheinbar, nicht aufdrängend: „Man kann ihn übersehen“, beschrieb der Bischof in der Predigt.

„Wer über den Dingen schwebt, sieht ihn nicht. Wer die Armut nicht sieht, geht an ihm vorüber.“ Die Menschwerdung Gottes sei eine Provokation: Er begrenze sich, um die Menschen „mit seiner Gnade und Liebe aus der Begrenzung“ zu retten.

Die Begrenzung des Menschen

Diese Begrenzung, Machtlosigkeit und Verletzlichkeit erleben die Menschen nach Genns Worten immer wieder. Er nannte die Corona-Pandemie und die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli.

Da sich aber Gott in Jesus in die Begrenzung begeben habe, sollten auch die Christen dies tun: im Dienst an den Armen, den Corona-Kranken oder Flutopfern: „Wie viele Schwestern und Brüder von uns, ob Christen oder nicht, haben das in den zurückliegenden Wochen in ihrer Begrenztheit getan“, würdigte der Bischof.

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