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Lage im abgebrannten Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos weiterhin kritisch

Lebensmittel für Moria: Aufruf am Niederrhein ist großer Erfolg

  • Viele Tonnen Lebensmittel wurden auf dem Kapellenplatz in Kevelaer für das Flüchtlingslage Moria gespendet.
  • Die Lebenssituation in dem neuen Lager auf der griechischen Insel Lesbos ist nach wie vor sehr kritisch.
  • Mit Begeisterung hat die Bevölkerung am Niederrhein die Aktion unterstützt.
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Seit zwei Stunden reißt die Kette mit Menschen nicht ab, die Lebensmittel spenden wollen. Vor der Gnadenkapelle in Kevelaer steht ein großer Truck auf dem Kapellenplatz, der das Ziel der „pilgernden“ Gruppen ist. Statt Gebetbücher halten sie Kisten und Tüten mit Lebensmitteln in den Händen, die sie gekauft haben und jetzt zu dem Lastwagen tragen. Vor dem Truck stehen ehrenamtliche Helfer und nehmen ihnen die Ware ab, um sie zu verstauen. Mit sechs Tonnen ist der Laster bereits beladen und ein Ende der Spendenanlieferung ist noch nicht abzusehen.

„22 Paletten wurden uns im Vorfeld angekündigt“, sagt Elke Kleuren-Schryvers aus Kevelaer, Vorsitzende der Aktion Pro Humanität (APH), glücklich und zufrieden. „Und es werden immer mehr.“ Sie hat einen Aufruf gestartet, um ein Jahr nach der Katastrophe in Moria in Griechenland auf die Situation in dem Flüchtlingslager aufmerksam zu machen. Sie hat mit der Hilfsorganisation „Stand By Me Lesvos“ Kontakt aufgenommen und gefragt, wie man den Menschen in dem Lager auf der Insel Lesbos am besten helfen könnte.

 

Ungeheizte Zelte, Strom ist Mangelware

 

„Denn nur zu erinnern, hilft den Flüchtlingen in dem Lager nicht,“ sagt sie. Die Auskunft, die sie von der Insel bekommen hat, ist ernüchternd. Es habe sich nichts Wesentliches geändert, so die Auskunft der Organisation. Es sind zwar weniger Menschen in dem neuen Lager, 3.000 bis 4.000 Menschen leben zurzeit dort. Die sanitären Anlagen sind leicht verbessert und die Sicherheit ist besser.

„Unverändert aber ist die Lage in den Zelten“, beschreibt Kleuren-Schryvers die Notlage. „Die Flüchtlinge verbringen den sechsten Winter in ungeheizten Zelten. Strom ist Mangelware. Und Lebensmittel sind rar“, sagt Kleuren-Schryvers. Deshalb hat sie ein Jahr nach dem Brand in dem Flüchtlingslager die Aktion ins Leben gerufen.

 

Aktion stößt auf breite Zustimmung

 

Gemeinsam mit der Pfarrgemeinde St. Marien, dem „Runden Tisch Flüchtlinge“ und der Stiftung Aktion Pro Humanität will die APH einen Lebensmittellastwagen auf den Weg nach Moria losschicken, der vollgepackt mit haltbaren Grundnahrungsmitteln ist. Die „Organisation Human Plus e.V.“ aus Nettetal übernimmt wie bei der Syrienhilfe den Transport.

„Dryfood - Trockennahrung - ist der Wunsch der Organisatoren auf Moria“, sagt Kleuren-Schryvers. „Weil sie haltbar sind.“ In dem Aufruf hat sie gebeten, Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Tee, trockene Linsen und Bohnen und Tomatenmark zu spenden. Die Resonanz auf den Aufruf ist unglaublich positiv. „Niemand hat protestiert, dass man selbst auch nichts zu essen habe“, beschreibt Kleuren-Schryvers die Situation auf dem Kapellenplatz.

 

Die Menschen haben Spaß zu helfen

 

„Im Gegenteil. Die Menschen hatten Spaß, dass sie etwas für die Flüchtlinge tun konnten“, sagt sie. Viele Pilger, die nach Kevelaer gekommen seien, seien bewegt von dem Treiben vor der Gnadenkapelle gewesen. „Eine großartige Aktion der Kirche“, ist ihre spontane Reaktion. Und auch der Wallfahrtsrektor Gregor Kauling hat sofort zugesagt, dass der Lkw auf dem Kapellenplatz stehen darf.“ Die Flüchtlinge seien auch Afflicti - Betrübte, für die die Gottesmutter bitte, habe er ergänzt.

Einzelspender, Familien, Schulen, Verbände wie die Georgspfadfinder, Unternehmen – sie alle bringen Lebensmittel in Papiertragetaschen, Kisten, auf Paletten vorbei. Ein riesiger Truck eines Lebensmittelunternehmens rollt vor die Basilika. Man habe sieben Paletten mit den getrockneten Nahrungsmitteln dabei, sagt der Fahrer. Die Organisatoren sind begeistert. Von Kevelaer wird sich der Lebensmitteltruck sofort auf den Weg machen. Er transportiert auch Basismedikamente im Wert von 5.000 Euro, die die Aktion Pro Humanität gespendet hat. In Moria wird der Transport dringend erwartet.

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