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UPDATE: Kiews Botschafter: Papst reist bald in die Ukraine

Papst trifft Ukraine-Botschafter – am Tag nach russischem Metropoliten

  • Papst Franziskus hat am Samstag den ukrainischen Vatikan-Botschafter Andrij Jurasch getroffen.
  • Am Tag zuvor hatte es ein Gespräch mit dem Außenbeauftragten des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij, gegeben.
  • Das Patriarchat ließ wenig dazu verlauten, der Vatikan bisher gar nichts.
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Franziskus hat am Samstag den ukrainischen Vatikan-Botschafter Andrij Jurasch getroffen. Das teilte der Vatikan ohne Angaben zu Details mit. Vor dem Treffen mit dem Kiewer Diplomaten hatte es am Freitag ein Gespräch zwischen dem Papst und dem Außenbeauftragten des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij, gegeben. Er gilt als enger Vertrauter des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill.

Das Patriarchat ließ anschließend verlauten, es sei um zahlreiche Themen gegangen, "die auf der Tagesordnung der orthodox-katholischen Beziehungen stehen, auch im Zusammenhang mit den politischen Prozessen, die in der Welt stattfinden". Der Vatikan äußerte sich bislang nicht.

Ukraine-Botschafter: Kyrill ist "Anwalt des Teufels", ein Treffen wäre falsch

Unklar ist, ob es bei den Gesprächen um ein mögliches Zusammentreffen zwischen Franziskus und Kyrill in Kasachstan ging. Beide haben ihre Teilnahme an dem für den 14./15. September geplanten interreligiösen Kongress in der Hauptstadt Nur-Sultan bestätigt. Planungen für ein Treffen der beiden Kirchenoberhäupter im Juli in Jerusalem waren abgebrochen worden.

Ukraine-Botschafter Jurasch hatte sich Mitte Juli deutlich geäußert: "Wir Diplomaten tun alles, um das Treffen zu verhindern." Es werde weder dem ökumenischen Dialog nützen noch dem Amt des Papstes, so Jurasch; es sei "ein Treffen mit dem Anwalt des Teufels".

Die Kritik an Kyrill

Kyrill teilt die Argumente, mit denen der russische Präsident Wladimir Putin seinen Angriffskrieg auf die Ukraine rechtfertigt. Politiker, Vertreter anderer christlicher Konfessionen und auch aus der Orthodoxie in Russland und der Ukraine kritisieren den Patriarchen dafür massiv.

Ebenfalls im Raum stehen Spekulationen, ob Franziskus vor Kasachstan noch in die Ukraine reist. Der vatikanische Außenbeauftragte, Erzbischof Paul Gallagher, hatte das zuletzt nicht ausgeschlossen. Der Papst selbst hatte mehrfach den Wunsch geäußert, Kiew zu besuchen.

UPDATE: Kiews Botschafter: Papst reist bald in die Ukraine
Laut dem ukrainischen Vatikan-Botschafter Andrij Jurasch möchte Papst Franziskus das Land noch vor seiner Reise nach Kasachstan im September besuchen. "Ich bin der Ukraine sehr nahe und möchte diese Nähe durch einen Besuch der Ukraine zum Ausdruck bringen", zitiert Jurasch den Papst nach einem Treffen. In seiner Twitter-Nachricht heißt es weiter, die Ukraine warte schon seit vielen Jahren und besonders seit Beginn des Krieges auf einen Besuch des Papstes. "Ich werde glücklich sein, ihn zu begrüßen, vor seiner Reise nach Kasachstan", so Jurasch. Eine Bestätigung des Vatikans gibt es noch nicht. | KNA

Update 17.15 Uhr: Aussagen Jurasch im Kasten.

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