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Russisch-othodoxer Patriarch unterstützt Kriegskurs von Wladimir Putin

Keine Sanktionen gegen Patriarch Kyrill – Unmut über Orbans Blockade

  • Die EU verzichtet auf Druck Ungarns auf Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I.
  • Diplomaten und Politiker äußern Unmut über die Blockade durch Viktor Orban.
  • Die Vertretung der katholischen Bischöfe bei der Europäischen Union äußerte sich zunächst nicht.
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Die EU verzichtet auf Druck Ungarns auf Sanktionen gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. Das sechste EU-Maßnahmenpaket gegen Einrichtungen und Personen, die Russlands Präsident Wladimir Putin stützen, wurde ohne Restriktionen gegen den einflussreichen und finanziell vermögenden Kirchenführer gebilligt.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, Ungarn habe durch sein Verhalten "letzte Sympathien bei seinen ehemaligen Freunden in Osteuropa verspielt". Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban erklärte laut heimischen Medien, die ablehnende Position seines Landes zu Sanktionen gegen religiöse Führer sei bekannt.

Entscheidung "absolut unglücklich"

Der litauische EU-Abgeordnete Petras Austrevicius nannte die Entscheidung "absolut unglücklich". Patriarch Kyrill sei "Teil des russischen inneren Zirkels", des ideologischen Kommunikationsapparats und Putin ergeben, sagte der liberale Politiker. Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis war im April nachdrücklich für Sanktionen gegen Kyrill eingetreten, weil dieser den Krieg gegen die Ukraine befürworte.

Die EU zeige sich nicht geeint, sagte Austrevicius. "Orban sollte gemaßregelt werden, politisch, finanziell, jeder Art." Der ungarische Regierungschef habe "als Europäer versagt".

Katholische Bischöfe: "Vorerst kein Kommentar"

Austrevicius ergänzte, die Ungarn seien mehrheitlich keine orthodoxen Christen. Er habe daher "keine Ahnung", warum sich Budapest für den Moskauer Patriarchen stark mache. "Orban ist ein Störenfried, das ist alles", sagte Austrevicius.

Die Vertretung der katholischen Bischöfe bei der Europäischen Union, COMECE, hatte kurz vor dem Sanktionsbeschluss ausweichend auf die Frage geantwortet, ob der Patriarch von Strafmaßnahmen ausgenommen bleiben sollte, etwa um eigene Gläubige in der EU besuchen zu können. "Wir evaluieren diese delikate Situation sorgfältig und haben vorerst keine Kommentare dazu", erklärte die COMECE.

Dank der orthodoxen Kirche
Die russisch-orthodoxe Kirche hat Ungarn für das Abwenden von EU-Sanktionen gegen Patriarch Kyrill gedankt. Das Außenamt des Moskauer Patriarchats teilt auf seiner Internetseite mit, sein Chef, Metropolit Hilarion, habe in dieser Woche bei einem Besuch in Budapest im Namen der Kirche die "harte Haltung" der ungarischen Regierung gegen geplante EU-Restriktionen gegen Kyrill gewürdigt. | KNA, 15 Uhr

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