Mindestens 40 Israelis bislang getötet

Raketen auf Israel: Notstand ausgerufen - EU und UN verurteilen Hamas

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Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hat der israelische Minister für nationale Sicherheit, der Rechtsradikale Itamar Ben-Gvir (Jüdische Stärke), den nationalen Notstand ausgerufen. Er soll am Samstagabend landesweit in Kraft treten, wie israelische Medien berichteten. 

Seit den Morgenstunden hat die radikalislamische Hamas-Bewegung rund 2.500 Raketen auf Israel geschossen. Außerdem drangen Hamas-Kommandos in israelische Ortschaften und entführten Geiseln. Die Zahl der getöteten Israelis stieg nach jüngsten Medienberichten auf 40. Mehr als 700 Personen wurden verletzt.

Ben-Gvir ordnete laut Berichten an, alle freiwilligen Polizeibeamten zu rekrutieren und alle Sicherheitskräfte vollständig zu bewaffnen. Zehntausende von Reservisten der israelischen Armee sollen ebenfalls mobilisiert werden.

Scholz erschüttert über Raketenbeschuss

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußerte sich erschüttert über den Raketenbeschuss auf Israel aus dem Gazastreifen. „Deutschland verurteilt diese Angriffe der Hamas und steht an Israels Seite“, schrieb er am Samstag auf dem Portal X. Auch die EU und die UN verurteilten die palästinensischen Angriffe auf Israel. Das deutsche Vertretungsbüro in Ramallah rief deutsche Staatsbürger im Land unterdessen auf, angesichts der aktuellen Sicherheitslage zu Hause zu bleiben.

Der UN-Sonderkoordinator für den Nahostfriedensprozess, Tor Wennesland, verurteilte in einem X-Beitrag den „Mehrfrontenangriff“ auf Israel. „Diese Ereignisse haben zu schrecklichen Gewaltszenen und zahlreichen israelischen Todesopfern und Verletzten geführt, von denen viele vermutlich innerhalb des Streifens entführt wurden“, so Wennesland, der ein sofortiges Ende der Gewalt auf Zivilisten forderte.

Von der Leyen: Hamas-Vorgehen ist „Terrorismus“

Der Angriff habe „schreckliche Auswirkungen auf die israelische Zivilbevölkerung“, sagte auch der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk laut einer Mitteilung. Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt und rief Israel auf, bei seinen Vergeltungsschlägen in Gaza „alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um zivile Opfer zu vermeiden“.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Vorgehen der Hamas auf X als „Terrorismus in seiner verabscheuungswürdigsten Form“. Israel habe das Recht, sich dagegen zu verteidigen. Solidarität mit Israel äußerten auch EU-Außenbeauftragter Josep Borrell und EU-Ratspräsident Charles Michel. Die „wahllosen Angriffe der Hamas“ untergrüben die palästinensischen Interessen, so Borrell auf X. Besorgt äußerte er sich auch angesichts der Berichte über Geiselnahmen von israelischen Zivilisten und forderte deren sofortige Freilassung.

Auch Justitia et Pax verurteilt Hamas

Auch die katholische Organisation Justitia et Pax hat den Angriff der palästinensischen Hamas auf Israel scharf verurteilt. Es handle sich um eine weitere Eskalation des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern, erklärte die Deutsche Kommission Justitia et Pax am Samstag in Berlin. Die Gewaltspirale der vergangenen Wochen habe mit dem Angriff eine neue traurige Qualität erreicht.

Das Vorgehen der Hamas treffe Unschuldige, verbreite Angst und Schrecken und stelle die Existenz Israels infrage, hieß es weiter. „So ist die komplexe Konfliktkonstellation zwischen Israel und Palästina nicht zu lösen.“ Justitia et Pax fühle sich mit all denen verbunden, „die unter diesen Akten der Gewalt leiden, und denen, die trotzdem an der Hoffnung eines friedlichen Zusammenlebens von Israelis und Palästinensern festhalten“.

Abbas fordert Schutz des palästinensischen Volkes

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas forderte unterdessen laut Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA den Schutz des palästinensischen Volkes. Es habe das Recht, sich gegen den Terror der israelischen Besatzungstruppen und Siedler zu verteidigen.