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Themenwoche (5) - Kältewinter und Energiekrise in sozialen Einrichtungen

Sechsstellige Mehrkosten für Energie – für Kliniken kaum zu bezahlen

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Strom, Sprit, Heizung: Auch die Dienstleistungen der Sozialwirtschaft, vom Kindergarten übers Krankenhaus bis zum Pflegeheim, sind von den Auswirkungen der Inflation und der Energiekrise betroffen. In einer Themenwoche berichtet "Kirche-und-Leben.de", wie sie damit umgehen. Teil 5: Drei katholische Krankenhäuser im Oldenburger Land.

Wo es bei privaten Haushalten um tausende Euro für laufende Ausgaben geht, sind es bei ihnen Millionensummen - bei den katholischen Krankenhäusern, zum Beispiel im Oldenburger Land. Da kann ein höherer Gaspreis schon ein gewaltiges Loch in die Kasse reißen.

Das sich nicht so einfach stopfen lässt. Denn Krankenhäuser können ihre höheren Kosten nicht einfach an ihre Kunden weitergeben. Ihre Leistungen werden nach einem komplizierten gesetzlichen Verfahren streng geregelt bezahlt.

Das Problem: die Planwirtschaft

Pius Heereman vom Pius-Hospital Oldenburg berichtet von allgemeinen Kostensteigerungen in diesem Jahr von neun bis elf Prozent. Abrechnen dürfe man aber nur 4,3 Prozent. Heereman spricht von einer „Planwirtschaft“.

Zu den höheren Kosten tragen in dem 400-Betten-Haus nach den Worten des Sprechers auch die Gaspreise mit Mehrkos­ten von einem „hohen sechsstelligen Betrag“ bei. Dem Gasverbrauch versuche man zum Beispiel durch den Einbau moderner Energieventile entgegenzuwirken. Immerhin sei der frühere Gasversorger schon im Februar insolvent gegangen. So habe man den neuen Gas-Vertrag noch relativ günstig abschließen können, sagt Heereman.

Strom kaum zu bezahlen

Auch im Elisabeth-Krankenhaus in Damme mit 240 Betten sind die Mehrkosten für Gas deutlich zu spüren. Der technische Leiter Holger Wehrmann berichtet von 330.000 Euro Kos­ten dieses Jahr, gut 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Durch kurzfristigen günstigen Einkauf für die beiden nächsten Jahre seien die Gaspreise in Damme zunächst aber überschaubar.

Bei Strom allerdings nicht. Hier spricht Wehrmann von „exorbitanten“ Steigerungen. 453.000 Euro werde man dieses Jahr wohl zahlen, eine Steigerung um rund 150 Prozent zum Vorjahr.

Einige Kosten lassen sich auffangen

Auffangen ließen sich solche Mehrkosten kaum. Im Elisabeth-Krankenhaus werde gerade neben anderen Sparmaßnahmen „die Leit- und Regeltechnik optimiert“, berichtet Wehrmann. Dann rechne man mit Einsparungen von 25 Prozent. Man könne „einiges kompensieren“, das Problem aber nicht lösen.

Das Bernhard-Hospital in Brake mit 100 Betten steht bei den Kosten vor einem technischen Problem, berichtet Geschäftsführer Ingo Penner. Der Gaskessel sei mehr als 30 Jahre alt und habe natürlich „niedrigere Wirkungsgrade“.

Doppelt so hohe Gaskosten

Schon im Januar habe Brake bei einem neuen Gasvertrag das Doppelte zahlen müssen. Bei 2,5 Millionen Kilowattstunden bedeute das Mehrkosten von 90.000 Euro im Jahr. Beim Strom rechnet Ingo Penner für das kommende Jahr sogar mit Mehrkosten von 150.000 Euro.

Nach einigen positiven Jahren habe das Bernhard-Hospital zwar „eine kleine Rücklage“. Die aber sei für die „medizinische Weiterentwicklung“ gedacht und „sicher nicht für gestiegene Heizkosten“.

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