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In den Einsatzländern leiden Kinder, Arme und Kranke am stärksten unter Corona

Wie es mit Auslands-Freiwilligen aus dem Bistum Münster weitergeht

Eigentlich wollten sie noch bis in den Sommer hinein ein soziales Jahr in Afrika und Lateinamerika absolvieren. Doch wegen Corona hat das Bistum Münster 29 junge Menschen zurückgeholt. Wie geht es ihnen hier? Und wie den Menschen, die sie zurückließen?

Zusammenbrechende Flugverbindungen, enttäuschte Freiwillige, aufgeregte Eltern, traurige und besorgte Auslandspartner: Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkung auf die 29 jugendlichen Helfer des Bistums Münster, die eigentlich noch bis Ende Juli ihr soziales Auslandsjahr in Projekten in Afrika und Lateinamerika leisten sollten.

Ein Krisenstab des Referats „Freiwilligendienste im Ausland“ der Fachstelle Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat hat ab dem 18. März alle jungen Erwachsenen unter teils schwierigen Umständen zurückgeholt. Das teilte Sebastian Aperdannier vom Referat „Freiwilligendienste im Ausland“ der Fachstelle Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ mit.

Judith Wüllhorst und Sebastian Aperdannier vom Referat Freiwilligendienste im Ausland im Bischöflichen Generalvikariat Münster.
Judith Wüllhorst und Sebastian Aperdannier vom Referat Freiwilligendienste im Ausland im Bischöflichen Generalvikariat Münster. | Archiv-Foto: Martin Schmitz

Das Referat stehe mit allen Beteiligten im Austausch, vor allem aber mit den Verantwortlichen in den Partnerprojekten, sagt Aperdannier: „Sie leiden massiv unter den auch vor Ort verhängten Schließungen und Restriktionen, da es keine staatlich flankierenden Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld, Kredite, Sozial- und Soforthilfen gibt, die in unseren Sozialsystemen auf den Weg gebracht wurden“, stellt Aperdannier fest. Hier sei es die dringlichste Aufgabe „finanzielle Notfallhilfen aus unserem Spendenpool auf den Weg zu bringen.“

Arme, Kinder und Kranke leiden am stärksten

Wie brenzlig die Situation in Uganda ist, schildert der Projektpartner Stephen Sango aus dem Distrikt Nakaseke in einer Mail an das Referat „Freiwilligendienste im Ausland“: „Der größte Anteil der Bevölkerung hier hat keine Krankenversicherung oder erhält Arbeitslosengeld. Die Arbeiter müssen zur Arbeit gehen um wenigstens das Nötigste zu verdienen.“ Viele Menschen würden Hunger leiden, aber am härtesten treffe es die Menschen, die an Aids erkrankt seien. Sie könnten nicht mehr ihre Medikamente von den Krankenhäusern erhalten, und selbst wenn, der Kampf „um zwei Mahlzeiten täglich gerät zu einem wahren Albtraum.“

Der an das Projekt angegliederte „Ewaldi Children Education Fund“ wird auch von der Kirchengemeinde St. Josef in Bocholt unterstützt. Die Ewaldi-Schulen, in denen Bistums-Freiwillige tätig waren, wurden geschlossen. Der Lockdown sei sehr plötzlich gekommen, schreibt der Projektpartner. Für die Eltern dort sei das eine Katastrophe: „Für viele Familien ist es eine Herausforderung ihre Kinder, die sonst in der Schule ihre Mahlzeiten erhielten, jetzt zuhause zu versorgen“, schildert Sango, Direktor der Schule.

Wie es jetzt mit den Auslands-Freiwilligen weitergeht

Mit den Rückkehrern seien Einzelgespräche geplant, bevor in der Gruppe das bisherige Auslandsjahr aufgearbeitet werden könne, so Aperdannier. Ob der neue Jahrgang im August starten könne, dazu können derzeit keine verlässlichen Aussagen getroffen werden: „Wir warten unter anderem auf Entscheidungen, Vorgaben und eine Timeline des ,Weltwärts`-Förderprogramms des Bundes.“

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