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„Queergemeinde“ feiert in der Heilig-Geist-Kirche

Christopher-Street-Day in Münster: Gottesdienst unter der Regenbogenfahne

  • Die „Queergemeinde“ in Münster hat im Rahmen des Christopher-Street-Days (CSD) einen ökumenischen Gottesdienstdienst gefeiert.
  • Unter dem Leitwort „Gewollt – Geliebt – Gesegnet!“ kamen etwa 100 Teilnehmer zusammen.
  • Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Zusage Gottes, jeden Menschen zu lieben.
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Dass es bunt werden würde, zeigte schon die riesige Regenbogen-Fahne, die am Turm der Heilig-Geist-Kirche in Münster wehte. Der ökumenische Gottesdienst dort war es nicht weniger: Die „Queergemeinde“ hatte am Wochenende des Christopher-Street-Days (CSD) dazu eingeladen. Homosexuelle und Menschen anderer sexueller Ausrichtungen waren gekommen, um unter dem Leitwort „Gewollt – Geliebt – Gesegnet!“ zu feiern.

Einen Tag nach dem zentralen Demonstrationszug des CSD in Münster waren es etwa 100 Teilnehmer, die beim gemeinsamen Angebot der alt-katholischen, der evangelischen, der neuapostolischen und der römisch-katholischen Kirche mitmachten. Musik, Predigten sowie Paar- und Einzelsegnungen gehörten zum Gottesdienst.

Segen kennt keinen Leistungsdruck

„Wer sich segnen lässt, kann dies, ohne zuvor etwas Besonderes geleistet zu haben“, sagte Pastor Hubertus Krampe aus der St.-Joseph-Gemeinde in Münster in seiner Ansprache. „In einer sonst leistungsorientierten Gesellschaft fällt dieses Gefühl nicht allen immer leicht.“ Es zeige sich darin aber ein christliches Grundverständnis von jedem Menschen: „Du bist gut so, wie du bist – auch wenn es Menschen gibt, die dich vielleicht gerne anders hätten.“

Dieses „Fallenlassen“ in die Sicherheit Gottes gelte nicht nur für den Gesegneten, sondern auch für den Segnenden, sagte Krampe. „Denn im Spenden des Segens zeigt sich, dass du den Zuspruch von Gott bekommen hast, geliebt zu sein.“ Entscheidend sei dabei das Herz, nicht das Wissen oder die Ausbildung eines Menschen. „Du bist ein Segen – nicht als Spezialist, sondern als Geliebter und Liebender.“

Liebesbeweis Gottes für jeden Menschen

Die evangelische Pfarrerin Mareike Gintzel erinnerte in ihren Worten an den „Liebesbeweis Gottes“ für jeden Menschen. „In dem er alles liebt, was er geschaffen hat, liebt er auch jeden Menschen, so wie er ist.“ Damit könne jeder jedem Zweifel an sich selbst und der Ablehnung von außen entgegentreten: „Du bist gewollt mit allem, was du bist, mit deinem Körper und so, wie du liebst.“

Die „Queergemeinde“ in Münster bereitete zum siebten Mal diesen Gottesdienst im Rahmen des münsterschen CSD vor. Dabei gehe es nicht darum, einen separaten oder abgeschlossenen Raum für die Menschen der LSBTIQ-Bewegung (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter* und queere Menschen) zu schaffen, sagte Sabine Heise, die von Beginn an dabei ist. „Alle Menschen sind angesprochen, mitzufeiern – egal aus welchen Bereichen und mit welchen Hintergründen sie kommen.“ Das stehe für die Offenheit aller Angebote der „Queergemeinde“, die in sich selbst eine große Vielfalt an Lebensentwürfen und Lebenswegen kenne. „Was uns hier zusammenbringt, ist unser gemeinsamer Glaube.“

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