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Bischof von Münster und Diözesankomitee bilanzieren "Ad-Limina-Besuch" der Bischofskonferenz

Felix Genn: Römische Reserviertheit erfordert weitere Gespräche

  • Eine "Reserviertheit" hat Bischof Felix Genn im Vatikan beim Besuch der deutschen Bischöfe wahrgenommen.
  • Die Gespräche mit Papst Franziskus und den Kurienverantwortlichen habe er „hart, aber von beiden Seiten fair“ erlebt.
  • Das Diözesankomitee forderte, bei der Weltsynode müsse ohne Denkverbote gesprochen werden.
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Eine „Reserviertheit“ hat Bischof Felix Genn beim Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan erlebt. Laut Bischöflicher Pressestelle in Münster sagte er in einer Bilanz des Ad-Limina-Besuchs, die Situation der Kirche in Deutschland und den Synodalen Weg nehme man in Rom aus Briefen und den Medien wahr und betrachte sie durchaus auch mit Sorge. „Diese Reserviertheit erfordert weitere Gespräche, das schadet aber auch nicht“, so Genn.

Die jetzigen Gespräche seien „hart, aber von beiden Seiten fair“ gewesen. Gespräche in solcher Offenheit und Klarheit habe er sich bei früheren Ad-limina-Besuchen nicht vorstellen können. „Der Papst spricht oft von einem Erlernen der Synodalität“, sagt Genn, „das konnten wir im Austausch unter uns, mit dem Papst und der Kurie erleben.“

Genn: Vom Papst gibt es kein einfaches Ja oder Nein

In der zweistündigen Begegnung mit Franziskus hätten die Bischöfe alle drängenden Themen zur Sprache gebracht. Vom Papst bekomme man dabei nie ein einfaches Ja oder Nein. Er habe betont, dass zur Kirche und zu einer gesunden Synodalität Spannungen gehören. Eindringlich habe er den Bischöfen noch einmal seinen Brief zum Synodalen Weg der Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2019 in Erinnerung gerufen, berichtete Genn.

Zu den hierzulande diskutierten Fragen der Weihe für Frauen und des Zölibats habe sich der Papst klar positioniert. Erstere habe er als dogmatische, letztere als disziplinarische Frage bezeichnet. Das seien unterschiedliche Ebenen, so Genn. Betont habe der Papst auch dabei aber die Bedeutung der Synodalität.

Gebet fürs Bistum am Grab des heiligen Paulus

Für ihn sei der Besuch in Rom vor allem eine „eine Pilgerfahrt zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und den anderen Hauptkirchen von Rom“, erklärt Bischof Genn. Die Eucharistiefeier in diesen Kirchen sei zentraler Bestandteil der Tage.

Sehr bewegt habe ihn persönlich das stille Gebet am Grab des Apostels Paulus in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, dem Patron des Bistums Münster. „Mit diesem Gebet habe ich unser Bistum seiner Fürsprache empfohlen und insbesondere um Berufungen gebetet“, erinnert sich der Bischof.

Diözesankomitee: Keine Denkverbote bei Weltsynode!

Die neuerdings nur noch "Diözesankomitee im Bistum Münster" genannte Vertretung von Laien und Verbänden in der Diözese beklagte den laut Pressemitteilung "abweisenden Umgang des Vatikans mit dem Synodalen 'Weg". Man erwarte, dass bei der von Papst Franziskus angestoßenen Weltsynode „die Glaubenszeugnisse von Getauften und Gefirmten in die Beratung eingebunden werden“, betonte Ulrich Vollmer, der mit Brigitte Lehmann in Doppelspitze das Diözesankomitee führt.

Zudem forderte das Diözesankomitee, bei der Weltsynode dürfe es keine Denkverbote geben darf. Die Sorgen und Probleme der Ortskirchen müssten auf die Tageordnung kommen. Dazu gehöre auch die Neubewertung der Rolle der Frau in der Kirche, von LGBTQ+-Personen und Menschen in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

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