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Themenwoche „Hoffnung in Krisenzeiten“ (1)

Klima-Aktivist hofft auf radikales Umdenken - auch bei den Kirchen

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Was lässt uns hoffen in Zeiten des Kriegs in der Ukraine, der Energiekrise und des Klimawandels? Kirche-Leben.de fragt diese Woche Menschen im Bistum Münster: Was lässt Sie hoffen? Den Anfang macht Raphael Röwekamp aus Münster. Der Student der Theologie und Politikwissenschaften engagiert sich seit gut einem Jahr in der Klimaschutz-Bewegung „Christians for Future“.

Ehrlich gesagt: Viel Hoffnung habe ich nicht, wenn ich auf die Klimakrise schaue. An vielen Stellen wird zwar betont, dass ein Umdenken hin zu einer nachhaltigeren Welt bereits stattfindet, die konkreten Maßnahmen bleiben aber oft auf der Strecke oder reichen nicht aus.

Als Christ glaube ich daran, dass Gott die Welt geschaffen hat, sie ihm gehört und nicht uns. Wir sind also „Verwalter“ der Schöpfung Gottes und dürfen sie nicht einfach zerstören. Wenn ich heute die leidende Schöpfung sehe und an Gott glaube, ist es dann nicht auch mein Auftrag, Gott zu ehren durch das Erhalten seiner Schöpfung? Ich hoffe, dass wir Menschen diesem Auftrag in Zukunft gerecht werden.

Radikale Botschaft

Dafür müssen wir uns jetzt massiv verändern, sonst gefährden wir das Leben auf der gesamten Erde. Diese Botschaft klingt vielleicht radikal, aber die Veränderungen, die der Klimawandel hervorruft, sind noch weit radikaler.

Als Christ ist für mich das Liebesgebot zentral: Das bedeutet unter anderem Menschen zu dienen und zu helfen. Anders formuliert: Ich habe eine soziale Verantwortung für die Schwächsten unserer Gesellschaft, die als erstes unter der Klimakrise leiden. Diese Verantwortung geht weit über die Schöpfungsverantwortung hinaus.

Priorität des Klimas auch bei den Kirchen

Klimaschutz und Gerechtigkeit sind dabei keine persönlichen Hobbys von AktivistInnen. Wir müssen über Handlungsmöglichkeiten nachdenken, statt über Protestaktionen zu diskutieren. Deshalb gilt auch für die Kirchen: Solidarisiert euch mit den Forderungen der Klimabewegung und unterstützt die Demonstrationen in Tat und Wort! Formuliert bei Haushaltsplanungen und Investitionen genaue Ziele hin zur Klimaneutralität und schafft hauptamtliche Stellen im Umwelt- und Klimaschutzbereich! Nicht zuletzt bei Geldanlagen muss Klimagerechtigkeit im Blick behalten werden. Wir fordern, dass Kirchen auf Geldanlagen im Bereich von Kohle, Öl und Gas verzichten.

Diese Forderungen gelten auch für das Bistum Münster, das im Bundesvergleich hinterherhinkt. Bis heute gibt es kein Klimaschutzkonzept mit Zielvorgaben und Maßnahmen, die unabhängig überprüft werden. Wenn wir unserer christlichen Verantwortung gerecht werden wollen, dann müssen wir konkret werden. Nur dann besteht Hoffnung.

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