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Doku der Ansprache bei Kundgebung mit mehr als 5.000 Menschen auf dem Prinzipalmarkt

Münster gedenkt getöteten Trans*Manns: Rede der Queergemeinde bewegt

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Mehr als 5.000 Menschen haben auf Münsters Prinzipalmarkt des 25-jährigen Trans*Manns Malte gedacht, der nach einer brutalen Gewalttat am Rand des Christopher-Street-Days in Münster heute gestorben ist. Wie die Polizei mitteilte, wurde am Nachmittag ein Tatverdächtiger verhaftet. Einer der Redebeiträge bei der Kundgebung in Münsters Altstadt kam von Jan Baumann als Vertreter der Queergemeinde in Münster. Seine Ansprache wurde mehrfach von Applaus und "Bravo!"-Rufen unterbrochen. "Kirche-und-Leben.de" dokumentiert diese Rede.

Es ist sehr bewegend, hier heute zu stehen. Und ich glaube, dass die richtigen Worte nicht gefunden werden können. Mein Name ist Jan, ich bin Mitglied der Queergemeinde hier in Münster. Das ist Kirche für und mit queeren Menschen. Ich bin Christ, und ich bin römisch-katholischer Mensch. Und normalerweise hätte ich jetzt ein Buhen erwartet, denn die römisch-katholische Kirche hat sich nun viele Jahre nicht als queer-freundlich gerühmt.

Wir haben eben die Totenglocke von St. Lamberti und vom Dom gehört. Heute stehen wir hier und können sagen: Wir erleben Solidarität von der Kirche, wie ich sie mir nicht erhofft hatte. Ich habe sogar eben die Nachricht bekommen, dass sogar der Bischof und der Weihbischof hier in Münster die Flaggen, die sie vor ihrem Haus hängen haben, auf Halbmast gesetzt haben. Das ist ein Riesen-Zeichen der Solidarität. Und auch finde ich bemerkenswert das rasche Statement von Bischof Genn, der diese Tat als barbarisch und irrsinnig verurteilt hat.

Als wir am vergangenen Sonntag, am Tag nach dem CSD, am Vorplatz von Heilig Geist den ökumensichen CSD-Gottesdienst gefeiert haben, der von langer Hand geplant war, da war es uns aber ein riesen Anliegen, für Malte zu beten und an ihn zu denken. Über den Stadtdechanten Jörg Hagemann weiß ich, dass heute in vielen Gottesdiensten an Malte und die Hinterbliebenen gedacht wird und an auch an vielen anderen Kirchen für ihn die Glocken geläutet haben.

Doch ich möchte auch den Blick auf die Weltkirche lenken. Denn die offizielle Lehrmeinung und der Katechismus sind noch lange nicht queer-freundlich, ganz im Gegenteil. Ich lehne mich weit aus dem Fenster und sage: Die offizielle Lehrmeinung und der Katechismus begünstigen Queerfeindlichkeit. Auch wenn wir hier in Deutschland so weit sind, dass wir über queere Rechte innerhalb der Kirche nachdenken, ist die Weltkirche nicht so weit.

Ich fordere hier und heute die Bischöfe auf, sich nicht länger hinter dem Deckmantel der Weltkirche, der römischen Kirche zu verstecken, sondern sich aktiv und wirklich glaubhaft für queere Menschen, für homosexuelle Menschen, für Trans*Menschen, für Inter*Menschen, für nicht-binäre Menschen einzusetzen.

Malte mit seiner Solidarität ist den Bischöfen, ist der Kirche ein größeres Vorbild als sie für ihn. Vielen Dank.

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