Interview mit dem Geschäftsführer des Prozesses, Daniel Gewand

Strukturprozess im Bistum Münster: „Es geht jetzt erst richtig los!“

Daniel Gewand leitet den Prozess zur Entwicklung pastoraler Strukturen im Bistum Münster. | Video: Michael Bönte

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Im April soll eine wichtige Etappe im Prozess der Entwicklung Pastoraler Räume im Bistum Münster abgeschlossen sein: der Zuschnitt eben dieser Seelsorgebereiche. Parallel haben Überlegungen zur inhaltlichen Gestaltung der neuen Räume begonnen. Daniel Gewand, Geschäftsführer des Strukturprozesses im Bischöflichen Generalvikariat, freut sich darauf.

Herr Gewand, wo steht das Bistum Münster bei der Entwicklung neuer pastoraler Strukturen?

Auf territorialer Ebene des Prozesses, wo es um die Zuschnitte der pastoralen Räume geht, sind wir recht weit. Viele Pfarreien haben mit einem positiven Votum den Vorschlag des Bistums angenommen oder einen tragfähigen, mit anderen Pfarreien abgestimmten Alternativvorschlag eingebracht. Von wenigen Pfarreien ist noch kein Votum eingegangen oder es gibt noch Klärungsbedarf. Drei Pfarreien haben den Vorschlag des Bistums abgelehnt. Die Steuerungsgruppe wird nun alle Voten sichten, beraten und bei Unklarheiten Vorentscheidungen treffen. Am 21. April werden die Vorschläge im Diözesanrat vorgestellt, danach wird Bischof Felix entscheiden und die pastoralen Räume zum 1. Januar 2024 in Kraft setzen.

Wie weit ist die inhaltliche Ausrichtung?

Auf thematischer Ebene sind wir gerade mittendrin. 140 Personen aus dem ganzen Bistum engagieren sich in 14 verschiedenen Themengruppen und beraten dort über die zukünftige Form unserer Kirche im Bistum Münster. Die Themengruppen erarbeiten bis Ende des Jahres Vorschläge zu verschiedenen Arbeitsaufträgen wie Leitungsformen, Rollenbilder und gottesdienstliche Feiern.

Wo hakt es noch?

Wir stehen als katholische Kirche im Bistum Münster vor grundlegenden Veränderungen – das ist vielleicht noch immer nicht allen klar. Unser Kirchenbild muss und wird sich radikal ändern. Unsere Aufgabe sehe ich darin – ohne die Veränderungen schönreden zu wollen – deutlich zu machen, dass in den Veränderungen durchaus auch Chancen liegen. Die Chancen können wir aber nur nutzen, wenn wir die Veränderungen gemeinsam gestalten.

Ist die Auseinandersetzung mit dem Thema für die Gemeinden damit endlich "durch"?

Ehrlich gesagt geht es jetzt erst richtig los. Die Diskussionen über die Struktur werden gerade beendet. Aber die Frage nach den neuen Formen der Pastoral in den Pastoralen Räumen, den Rollen der freiwillig Engagierten, der hauptberuflich Seelsorgenden, den Leitungsformen, die beginnt gerade erst. Und ehrlich gesagt wird es doch jetzt erst richtig interessant. Wir gestalten unsere Kirche und sorgen gemeinsam dafür, dass das Evangelium weiterhin vor Ort verkündet und gelebt werden kann. Ich freue mich darauf.