Coming soon: Login KLup

Diözesanrat legt Tipps vor – auch zur Entscheidung, welche Angebote wegfallen

Wie Pfarreien im Bistum Münster Prioritäten finden können

Der Diözesanrat ruft die Pfarreien im Bistum Münster auf, ihr gesamtes Angebot zu überprüfen. Es gehe darum, in einer Zeit des Wandels mit schwindenden Ressourcen Prioritäten und Nachrangigkeiten festzulegen.

Der Diözesanrat ruft die Pfarreien im Bistum Münster auf, ihr gesamtes Angebot zu überprüfen. „Es ist gut und klug, alles auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Frank Möllmann, Moderator des obersten synodalen Beratungsgremiums von Bischof Felix Genn. Es gehe darum, in einer Zeit des Wandels mit schwindenden Ressourcen Prioritäten und Nachrangigkeiten – Posterioritäten – festzulegen.

Dazu legt der Diözesanrat die Broschüre „Veränderungen gestalten – Zukunft der Kirche durch Abschied von Gewohntem“ vor. Pfarreien werden Möllmann zufolge feststellen, dass sie auf „manches Althergebrachte verzichten“ können, aber „vieles Liebgewonnene auch zu Recht weiterführen oder sogar verbessern“ müssen.

Fünf Schritte

Um zu Prioritäten zu kommen, empfehlen die Autoren fünf Schritte. Zuerst gelte es, die Situation in der Pfarrei und ihrem Umfeld wahrzunehmen. Dann brauche es eine „gemeinsame Vision und Zielvorstellung der Verantwortlichen und möglichst vieler Gemeindemitglieder darüber, mit welchen Diensten und Angeboten die Pfarrei vor Ort den Auftrag der Kirche erfüllen kann und will“, empfiehlt Möllmann.

Die Vision könne drittens in einem Leitbild formuliert werden. Viertens werde über Schwerpunkte, fünftens über den Einsatz personeller, finanzieller und anderer Mittel entschieden. Der Moderator des Diözesanrats verweist auf die Pastoralpläne jeder Pfarrei, die aktualisiert werden könnten und sollten.

Über das Ende von Angeboten entscheiden

Den Autoren der Broschüre ist die Schwierigkeit bewusst, über das Ende von Angeboten zu entscheiden. Diese seien lange Zeit mit viel Herzblut gestaltet worden, ein Wegfall könne „als Geringschätzung empfunden werden“. Ein Ende sei ein „Einschnitt in das Idealbild“ der Kirche vor Ort. Es berge die Gefahr, Engagierte zu verprellen und Konflikte auszulösen.

Dennoch wolle die Handreichung durch Beispiele – auch aus Pfarreien im Bistum – und Fragen Wege aufzeigen, erläutert Diözesanrats-Geschäftsführerin Lisa Rotert gegenüber der Bischöflichen Pressestelle.

Hat das Angebot einen Bedarf? Sind Engagierte dafür da?

Die Autoren werfen etwa die Frage nach haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für bestehende oder neue Angebote auf: Gibt es genügend Leute, falls Jugendarbeit als ein Schwerpunkt der Pfarrei gesehen wird? Wenn die Kirchenmusik gestärkt werden soll – wie ist die Lage im Kirchenchor und in anderen Gruppen? Und vor allem: Gibt es Menschen, die die gewünschten Schwerpunkte mit Freude umsetzen wollen?

Die Broschüre rät, den Bedarf der Angebote zu ermitteln – auch bei pastoralen Aufgaben, sogar bei Gottesdiensten. Als Beispiel wird die Beteiligung bei Prozessionen und Andachten genannt. Auch ein Blick auf die Immobilien sei nötig, gerade in Fusions-Pfarreien mit mehreren zuvor selbstständigen Kirchorten. Aus solchen Überlegungen ließen sich Prioritäten und Nachrangigkeiten entwickeln – pastoraler, personeller und finanzieller Art.

Blick auch auf Kirchenferne

Schließlich geben die Autoren den Anstoß, besonders auf kirchenferne Menschen zu schauen – zumal nur acht von 100 Katholiken regelmäßig den Sonntagsgottesdienst feiern. „Viele Menschen sind mit den Angeboten der Pfarrei, zum Beispiel der Kita, sehr zufrieden, aber sie wissen nicht, dass es ein kirchliches Angebot ist“, erinnert Frank Vormweg, Hauptabteilungsleiter Zentrale Aufgaben im Generalvikariat. Bedürfnisse der Fernstehenden sollten daher mit bedacht werden.

Die Broschüre des Diözesanrats ist auf der Internetseite für die Pastoralpläne im Bistum Münster zu finden. Die Handreichung wurde von der Agentur Kampanile im Medienhaus des Bistums gestaltet.

Drucken