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Neher: Alte Menschen brauchen das Gefühl, zur Familie zu gehören

Caritas warnt vor Kontaktbeschränkungen an Weihnachten

  • Mit Blick auf weiterhin hohe Corona-Infektionszahlen warnen Kirchen und Verbände vor Kontaktbeschränkungen an Weihnachten.
  • Gerade an den Festtagen sei es wichtig für alte Menschen, Kontakt zu ihren Kindern und Enkelkindern zu haben.
  • Dagegen äußerten Landespolitiker die Sorge, dass Familien an Heiligabend und Weihnachten nicht wie gewohnt zusammen feiern könnten.

Mit Blick auf weiterhin hohe Corona-Infektionszahlen warnen Kirchen und Verbände vor Kontaktbeschränkungen an Weihnachten. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, gerade an den Festtagen sei es wichtig für alte Menschen, Kontakt zu ihren Kindern und Enkelkindern zu haben. Wichtig sei, „das Gefühl zu haben, noch zu einer Familie zu gehören in einer solch emotional dichten Zeit“.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, warnte davor, Ältere an Weihnachten allein zu lassen. „Wir müssen die Balance finden in den Altenheimen. Mit zunehmendem Wissen über die Ansteckungswege haben wir alle gelernt, dass einige Maßnahmen zu Beginn der Pandemie in mancher Hinsicht überzogen waren“, sagte er.

Politiker: Wo immer möglich Kontakte reduzieren

Dagegen äußerten Landespolitiker die Sorge, dass Familien an Heiligabend und Weihnachten nicht wie gewohnt zusammen feiern könnten, sollten die Infektionszahlen weiter ansteigen. Der hessische Staatskanzleichef Axel Wintermeyer sagte der Zeitung, das Fest werde sich in diesem Fall „in einem engeren Rahmen abspielen müssen“. Die Menschen „sollten wo immer möglich Kontakte reduzieren, auf Reisen verzichten, auf alles, was vermeidbar ist“.

Der Staatskanzleichef des Saarlandes, Henrik Eitel, hob hervor: „Schlimmstenfalls werden Familien ihre Besuche an den Weihnachtsfeiertagen aufteilen müssen.“ Der Leiter des niedersächsischen Krisenstabes, Heiger Scholz, sagte: „Ich werde immer skeptischer, was an Weihnachten gehen wird und was nicht.“

Pflegebeauftragter: Keine Totalisolation von Pflegebedürftigen mehr

Aus Sicht von Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, drohen „letztlich Einschränkungen in einem Bereich, der uns seelisch weh tun wird“. Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, mahnte hingegen: „Es darf nicht noch einmal eine Totalisolation der Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft geben.“

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