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Angebot der „Offenen Kirchentür an Heiligabend“ sucht Helfer

In Rheine können Familien den Gottesdienst selbst zusammenstellen

  • Die „Offene Kirchentür an Heiligabend“ findet seit 15 Jahren in der Antoniusbasilika in Rheine statt.
  • 900 Menschen kamen allein im letzten Jahr zu diesem Angebot, das speziell auf junge Familien zugeschnitten ist.
  • Wegen der Corona-Beschränkungen wird die „Offene Kirchentür“ nun auf weitere Kirchen ausgeweitet. Dafür sucht die Pfarrei noch ehrenamtliche Helfer.

Rechts der Ems stand bereits im August alles im Zeichen von Weihnachten: „Uns war klar, wir müssen mit den Planungen früh anfangen“, sagt Robert Bömelburg, Pastoralreferent in der Pfarrei Sankt Antonius von Padua in Rheine. Wie soll die Pfarrei die 5.000 Menschen, die sonst an Weihnachten die Kirchen aufsuchen, mit Angeboten auffangen? Zumal ein Glanzstück der Weihnachtszeit, die große Krippenlandschaft in der Krypta unter der Basilika, in diesem Jahr nicht aufgebaut wird.

Eine Lösung bot sich mit den Erfahrungen aus dem Team der Gemeindeleitung von St. Ludgerus an. Mechthild Hardeweg hatte bereits vor 15 Jahren gemeinsam mit dem damaligen Pfarrer Meinolf Winzeler das Konzept der „Offenen Kirchentür am Heiligen Abend“ für die Basilika ins Leben gerufen: „Es sollte ein flexibles Angebot für Familien mit kleinen Kindern sein“, so die 58-Jährige.

Den Mut trotz aufwändiger Planung nicht aufgeben

Mechthild Hardeweg engagiert sich mit vielen Ehrenamtlichen für die „Offene Kirchentür“ an Heilig Abend in Rheine.
Mechthild Hardeweg engagiert sich mit vielen Ehrenamtlichen für die „Offene Kirchentür“ an Heilig Abend in Rheine. | Foto: Marie-Theres Himstedt

Was in der Basilika angefangen hat, soll jetzt auf mindestens drei Kirchen der Gemeinde an Heilig Abend übertragen werden: „Sofern wir genügend Ehrenamtliche finden, die mitmachen“, betont Mechthild Hardeweg. Unter dem Motto „We want you – wir brauchen dich“, werden noch Menschen gesucht, die sich Heiligabend in der Zeit von 14 bis 18 Uhr ein bis zwei Stunden Zeit nehmen, um das Angebot in und vor den Kirchen zu begleiten.

„Wir planen so, dass alle Hygienekonzepte jederzeit aktualisiert werden können“, sagt Mechthild Hardeweg. Sie selbst fühle sich angesichts der vielen Vorschriften manchmal „regelrecht gelähmt“. „Aber, das weiß ich auch, wir dürfen den Mut nicht aufgeben. Das Boot verlassen, das tun wir nicht“, betont sie.

Krypta in der Basilika geschlossen – St. Ludgerus bietet Alternative

Den Messangerdienst auf dem Smartphone habe sie in diesen Zeiten als absoluten Vorteil für Absprachen erkannt: „Das ist toll, so mit den anderen, die an Heilig Abend ihre Zeit für andere schenken, zusammenzuarbeiten.“ Sie ist der Motor ihrer Truppe, die bisher die Offene Kirchentür in der Basilika begleitet hat: „Das läuft meistens so ab: Junge Familien, die von 15 bis 17 Uhr Zeit haben, kommen in unsere Kirche. Zu Beginn entzünden sie eine Kerze am Friedenslicht von Bethlehem und bringen sie zum Altar.“ Im letzten Jahr hätten in der Basilika 700 Lichter gebrannt: „Noch schöner war aber das Leuchten in den Kinderaugen“, betont Hardeweg. Sie freue es besonders, dass seit Jahren auch immer mehr junge Erwachsene die Offene Kirchentür aufsuchten.

In der Kirche St. Ludgerus werde es eine begehbare Krippe mit über 100 Figuren geben: „Mein Mann sitzt da an der Quelle“, sagt sie schmunzelnd. Wolfgang Hardeweg ist seit 22 Jahren hauptamtlicher Sakristan für die sieben Kirchen der Gemeinde und betreut das Krippenteam an St. Ludgerus seit vier Jahren. Darüber hinaus können die Familien bei ihrem Rundgang durch die Kirchen die Weihnachtsgeschichte anhören: „Und wenn ein Kind die Geschichte nochmal hören möchte, lesen wir sie auch noch ein zweites Mal vor“, sagt Mechthild Hardeweg, die selbst Großmutter eines Enkelkindes ist.

„Besucher stellen sich ihren Gottesdienst selbst zusammen“

Robert Bömelburg, Pastoralreferent an St. Antonius Padua in Rheine meint: „Vielleicht brauchen wir mehr solche offenen und einladenden Gottesdienste.“
Robert Bömelburg, Pastoralreferent an St. Antonius Padua in Rheine meint: „Vielleicht brauchen wir mehr solche offenen und einladenden Gottesdienste.“ | Foto: Marie-Theres Himstedt

„Das Angebot ist ganz offen konzipiert“, ergänzt Robert Bömelburg. Alle können selbst bestimmen, wie lang sie verweilen mögen: „Die Familien und einzelne Besucher stellen sich ihren Gottesdienst selbst zusammen und finden, wenn sie wollen, an jedem Platz Menschen an ihrer Seite, die mit ihnen hören, handeln, beten und singen“, fasst Robert Bömelburg zusammen.  Drei klassische Christmetten werde es auf jeden Fall auch geben, aber die seien wahrscheinlich nur mit Anmeldung möglich. Auch an den folgenden Festtagen werden zusätzliche Eucharistiefeiern angeboten.

Der Durchlauf in der Basilika im letzten Jahr habe aber gezeigt: „Es waren in den zwei Stunden über 900 Menschen da und doch gab es keine Unruhe. Vielleicht brauchen wir mehr solche offenen und einladenden Gottesdienste.“

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