Weihbischof aus Xanten: Neue Erklärung ist „Ohrfeige“ für Reformwillige

Lohmann kritisiert Kommunikation aus Rom und verteidigt Synodalen Weg

  • Kein Verständnis hat Weihbischof Rolf Lohmann aus Xanten für die Art der Kommunikation des Vatikans mit der Kirche in Deutschland.
  • Das beginne schon damit, dass die neue Erklärung zum Synodalen Weg „nicht namentlich unterzeichnet ist und die Verfasser so im Dunkeln bleiben“, sagte Lohmann.
  • Das habe „nichts mit offener, transparenter Kommunikation auf Augenhöhe zu tun, sondern ist ein Beispiel dafür, was eben nicht richtig läuft bei uns in der Kirche“.

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Kein Verständnis hat Weihbischof Rolf Lohmann aus Xanten für die „Art, wie der Heilige Stuhl mit der Kirche in Deutschland kommuniziert“. Das beginne schon damit, dass die neue Erklärung zum Synodalen Weg „nicht namentlich unterzeichnet ist und die Verfasser so im Dunkeln bleiben“, sagte Lohmann der „Rheinischen Post“. Das habe „nichts mit offener, transparenter Kommunikation auf Augenhöhe zu tun, sondern ist ein Beispiel dafür, was eben nicht richtig läuft bei uns in der Kirche“.

Die römische Erklärung warnt vor Alleingängen bei Reformen. Der Synodale Weg sei „nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten“. Zugleich sei „wünschenswert“, dass Vorschläge des Synodalen Wegs in den synodalen Prozess der Weltkirche einfließen.

„Auf dem Weg, dem Missbrauch den Boden zu entziehen“

Lohmann zeigte sich „erschrocken und verwundert“ über die Erklärung. Sie sei „eine Ohrfeige für reformwillige Katholikinnen und Katholiken, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um die Kirche aus dem Sumpf zu ziehen, der dem schrecklichen Missbrauch den Boden bereitet hat“. Jedes neue Gutachten – zuletzt für das Bistum Münster – zeige, dass es nicht nur Einzelfälle gegeben habe.

Der Synodale Weg sei „eine gute Form, alte Strukturen endgültig aufzubrechen und neuem Missbrauch den Boden zu entziehen“. Schon dafür lohne sich das Weitermachen. Der Weihbischof nannte den Reformdialog ein Signal dafür, „dass wir eben nicht mehr in alten, verkrusteten Strukturen agieren“.

„Kein deutscher Sonderweg“

Lohmann unterstrich Aussagen von Bischof Georg Bätzing und Irme Stetter-Karp vom Präsidium des Synodalen Wegs, die deutschen Katholiken würden keinen „Sonderweg“ gehen: Sie „werden sicherlich keine Beschlüsse fassen, die einer gesamtkirchlichen Regelung derzeit entgegenstehen“, betonte der Regionalbischof für den Niederrhein und den Kreis Recklinghausen im Bistum Münster. Dennoch werde der Synodale Weg nach Rom weitergeben, wo er Reformbedarf sehe.