Chefredakteur Markus Nolte zum Erstarken der Partei – und den "Reaktionen" der Bischöfe

Nein zu Antisemitismus verlangt Nein zur AfD - klarer auch von der Kirche

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Während in Israel Juden getötet werden, erstarkt bei Landtagswahlen in Deutschland eine Partei mit antisemitischen Positionen. Die Bischöfe reagieren eher nicht. Das ist skandalös, sagt Chefredakteur Markus Nolte.

In Israel werden bei den Massakern der Hamas-Terroristen an einem Tag so viele Jüdinnen und Juden getötet wie seit der Shoah in Hitler-Deutschland nicht mehr. Fanatische Anhänger dieser islamistischen Attentäter feiern das – auch in Deutschland. Das ist abscheulich, und es offenbart, wie tief verankert Antisemitismus in dieser Welt ist. Es kann keine Frage sein: Diese bestialischen Angriffe und der darin sich austobende Hass auf Jüdinnen und Juden sind aufs Schärfste zu verurteilen.

Die AfD in Deutschland weiß selbst auf diesem höllischen Inferno ihr toxisches Süppchen zu kochen und postet aus diesem Anlass auf „X“, vormals „Twitter“: „AfD wählen, damit Islamisten die Taten ihrer barbarischen Glaubensbrüder nicht mehr im Land der Ungläubigen feiern müssen. Stattdessen Remigrations-Anreize und Abschiebung.“

AfD: “Vogelschiss” und “großer Austausch”

Das ist gewohnt ausländerfeindlich – und verschweigt geflissentlich, wie antisemitisch die Partei selber ist. Die Partei, in der Spitzenpolitiker die Nazi-Diktatur und damit auch die Shoah als „Vogelschiss der Geschichte“ bezeichnen und antisemitische Verschwörungserzählungen vom „großen Austausch“ verbreiten. Die Partei überdies, in der Spitzenpolitikerinnen Menschen allein ihrer (muslimischen) Religion wegen als „Kopftuchmädchen“ und „alimentierte Messermänner“ entwürdigen.

Die Partei kurzum, die Hass und Hetze gegen alles nicht Deutschnationale sät, damit am Tag nach den Angriffen auf Israel für zwei westdeutsche Landtage kräftig Stimmen gewinnt und womöglich zur stärksten Oppositionspartei wird. Damit nicht genug: In Bayern gab nahezu die Hälfte aller AfD-Wähler an, aus Überzeugung gewählt zu haben, in Hessen knapp 40 Prozent. Heißt: Wer AfD wählt, wählt zunehmend wissentlich das ganze Paket mit Antisemitismus, Rassismus, Sexismus.

Das Erstarken der AfD nährt sich leise

Dass den bayerischen Bischöfen außer einem irgendwie verständnisvollen „Es gibt da auch Gutes“ vor der Wahl in Augsburg und einem „Erschrecken“ in Würzburg nach der Wahl dazu nichts einfällt, ist an Naivität nicht zu überbieten und schlicht skandalös. 

Christliche Verantwortung nicht zuletzt für unsere jüdischen Schwestern und Brüder verbietet jedes Ja zu angeblichen Werteschnittmengen und gebietet ein entschiedenes Nein zur AfD. Ihr Erstarken nährt sich leise. Durch Unentschlossenheit und falsche Rücksichtnahme. Einmal mehr.