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Viele Erstanrufer, ungewöhnlich viele Männer

Corona ist Hauptthema für Telefonseelsorge in Münster und Hamm

Bei der Telefonseelsorge in Münster und in Hamm spielt das Corona-Virus am Telefon oder im Chat eine immer größere Rolle. Fast in jedem Gespräch werde der Virus angesprochen, sagt Jutta Gladen, Mitarbeiterin in Münster.

Bei der Telefonseelsorge (TS) in Münster und in Hamm spielt das Corona-Virus am Telefon oder im Chat eine immer größere Rolle. Fast in jedem Gespräch werde der Virus angesprochen, sagt Jutta Gladen, Mitarbeiterin der TS Münster, deren Einzugsbereich von Steinfurt und Coesfeld bis in den nördlichen Kreis Borken reicht. Einige Anrufer fragten, ob sie noch im Supermarkt einkaufen könnten, andere hätten Angst vor der sozialen Isolation. Wenn alle das Haus hüten müssten, stelle das die Familien vor massive Herausforderungen.

Gladen stellt schon jetzt eine signifikante Steigerung von Erstanrufern bei der Telefonseelsorge fest. Alle Altersgruppen sind vertreten. „30 Prozent der Anrufer sind Männer. Das ist ein deutlicher Anstieg und wirklich ungewöhnlich“, sagt sie. Die 80 Ehrenamtlichen bereiteten sich auf noch mehr Kontaktaufnahmen vor. „Wir versuchen zu beruhigen und zu entlasten und da zu sein, damit Menschen reden können.“

Die meisten Anrufer sind ohnehin einsam

In der TS Hamm, deren Einzugsbereich bis in die Kreise Warendorf und Soest reicht, sieht es nicht anders aus. 80 Ehrenamtliche stünden zur Verfügung, zehn schließen demnächst die Ausbildung ab. Die Leiterin Petra Schimmel sagt, dass mehrere Schichten am Tag nun von zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt werden. Eine dritte Person chattet zudem mit Rat- und Trostsuchenden.

Corona sei in 40 Prozent der Anrufe Thema. „Tendenz steigend.“ 80 Prozent der Anrufer seien ohnehin einsame Menschen, das Virus könne die Lage noch verstärken. „Wir wissen ja nicht, wo uns die Krise noch hinführen wird.“ Sie hoffe, dass die Telefonseelsorge alle Menschen erreiche, die einfach reden wollten.

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 sowie 116 123 täglich rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist daher nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

 

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