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Kommentar von Michael Rottmann über arme Kinder im reichen Land

Kinderarmut in Deutschland – handfester Skandal und Zeitbombe zugleich

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Warum kann es auf Dauer auf alle zurückschlagen, wenn die Politik ihre Hausaufgaben in Sachen Kinderarmut nicht erledigt? Weil Kinder die Zukunft prägen! Versäumnisse von heute können zu einer Zeitbombe für die ganze Gesellschaft werden, warnt Michael Rottmann.

„Immer noch.“ Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, gehören diese zwei Worte zum Standardvokabular der Berichterstattung über Kinderarmut in Deutschland. „Immer noch“ und oft genug auch: „immer mehr“. Wie jetzt wieder in einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Danach ist jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut betroffen, insgesamt 2,8 Millionen oder 20,5 Prozent. In NRW sind es sogar 25 Prozent. Das ist mehr als in jeder anderen Altersgruppe, Tendenz steigend. Immer mehr, immer noch.

Man reibt sich verwundert die Augen. Hatten wir nicht bis zum Beginn der Pandemie einen lang andauernden Aufschwung in Deutschland? Und eilen die Börsen nicht schon wieder von Rekord zu Rekord? Armut? Wieso Armut?

Ein handfester Skandal

Doch es gibt in unserem Land eben nicht nur diejenigen, die sich um Erbschaftssteuern, Zinserträge oder Aktiendepots Sorgen machen. Sondern auch die, die mit Mindest- oder Niedriglöhnen ihre Familien durchbringen. Die ihren Kindern nicht wie selbstverständlich Klassenfahrten, I-Phone oder Kindergeburtstage im Freizeitpark bezahlen können. Das ist nichts Neues. Aber genau das macht es nicht besser.

Die Politik tut sich viel zu schwer, wenn es darum geht, die Kinderarmut in Deutschland entschlossen anzugehen. Vielleicht, weil wir alle sie nicht als das wahrnehmen, was sie in unserem reichen Land ist: ein handfester Skandal, an den wir uns viel zu sehr gewöhnt haben. So sehr, dass die Immer-noch- und Immer-mehr-Meldungen bei den meisten Zeitgenossen nur Achselzucken hervorrufen. Zu Unrecht!

Kinder von heute werden Gesellschaft prägen

Zum einen dürfen Armut und Benachteiligung und Chancenlosigkeit anderer niemanden kalt lassen. Zum anderen sollten wir uns bewusst sein: Die Kinder von heute werden die Gesellschaft von morgen prägen.

Nur wenn sie selber mit der Erfahrung von Solidarität, Teilhabe und Gerechtigkeit aufwachsen, werden sie diese Werte übernehmen, sie selbst leben und weitertragen. Und wenn nicht? Dann sollten wir uns später nicht wundern!

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