Der Reporter-Blog vom Weltjugendtag aus Portugal

WJT 2023 (#03): Von einer Goldmine, tanzenden Angolanern und viel Freude

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Mehrere hunderttausend junge Leute aus aller Herren Länder feiern ab dem 1. August in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon den katholischen Weltjugendtag. Auch Papst Franziskus kommt – und rund 8.000 Teilnehmende aus Deutschland, rund 300 aus dem Bistum Münster. Vorher gibt es die Tage der Begegnung in Vila Real in der Nähe von Porto. Mittendrin: Paul Hintzke und Jan Dirk Wiewelhove von „Kirche-und-Leben.de“. In ihrem WJT-Blog erzählen sie jeden Tag von ihren Erlebnissen – auch abseits der großen Ereignisse.

27. Juli 2023, Donnerstag – Von Jan Dirk Wiewelhove, Vila Pouca de Aguiar

Wie funktioniert Völkerverständigung ganz konkret? Wenn Jugendliche aus dem Bistum Münster mit jungen Menschen aus Angola (Zentralafrika) auf einem Fußballplatz in einem Dorf im Norden Portugals zusammen tanzend und Fußball spielend die Mittagspause verbringen, dann ist das wohl ein Paradebeispiel dafür, wie es gehen kann. Sprachbarrieren, in Angola spricht man Portugiesisch, hin oder her.

Zugegeben, noch sind in einigen Gesichtern die Strapazen der Anreise zu erkennen. Auch ich bin noch nicht ganz auf der Höhe. Nach Pauls verlorenem Koffer, der inzwischen im Nachbardorf gelandet ist, stand ich selbst ganz gespannt am Gepäckband. Der Glücksmoment war groß, als dann endlich mein Rucksack aus den Katakomben des Flughafens von Porto nach oben schoss. Und spätestens, als wir nach Mitternacht bei unserer Gastfamilie angekommen waren und gemeinsam auf die nächsten Tage mit einem kühlen Bier anstießen, war die extrem lange Tour aus dem Münsterland nach Portugal für einen Moment vergessen.

Mit „Macarena“ geht es richtig los

Auf geht’s – getreu dem Motto „Ausschlafen wird überbewertet“ ging es heute nach einem leckeren Frühstück für uns früh weiter. Eine echte Goldmine haben wir besichtigt. Natürlich durfte beim Rundgang „unter Tage“ nicht die Statue der heiligen Barbara fehlen, der Schutzpatronin der Bergleute, wie es wie selbstverständlich aus einigen „Pottkindern“ aus unserer Gruppe heraussprudelte.

Die Fakten waren recht schnell erzählt, der eigentliche erste Höhepunkt des Tages wartete dann draußen auf uns. Plötzlich schallten der Tanz-Klassiker „Macarena“ und das etwas gewöhnungsbedürftige Lied „Ich trinke Ouzo“ aus einem Lautsprecher. Etwas peinlich, oder? Fehlten nur noch die Sandalen und die weißen Tennissocken, dann wäre das deutsche Klischee wunderbar erfüllt gewesen. Doch erfüllten die Hits ihren Zweck.

Angolaner sind auch in unserer Gemeinde

Zunächst schlossen sich einige unserer Gruppe zusammen und vollführten quasi in Perfektion einen Line-Dance, der am besten als griechischer „Sirthaki-Style“ beschrieben werden kann. Dann wagten sich einige aus der Gruppe aus Angola vor. Die Truppe ist ebenfalls in unserer Gemeinde in dem Dorf Vila Pouca de Aguiar untergebracht. Das Eis war gebrochen, wie sich wenig später zeigte, als zusammen getanzt und Fußball gespielt wurde.

Und genau dieses Feeling ist es, das die Tage der Begegnung ausmacht. Man trifft Gleichgesinnte, verbringt mit Einheimischen und bis dahin völlig fremden Menschen eine tolle Zeit und lernt sich und die verschiedenen Kulturen gegenseitig kennen.

Portugiesische Gastfreundschaft genießen

Das weitere Nachmittagsprogramm rückte da fast schon in den Hintergrund. Wir besuchten die für diese Region berühmte Mineralwasserfabrik „Pedras Salgadas“, die 40.000 kleine Glasflaschen pro Stunde abfüllt und nippten an der ursprünglichen Quelle des Wassers. Das soll gesund sein, schmeckt allerdings ziemlich eisenhaltig.

Zum Abschluss des langen Tages läuft gerade der Gottesdienst und wir freuen uns auf ein gemeinsames Abendessen, bei dem wir die Gastfreundschaft der Portugiesen mit Sicherheit wieder genießen dürfen. In diesem Sinne: Ate amanha – bis morgen!

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