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Schwerste Rechtsverletzer sind China, Indien, Pakistan, Bangladesch und Nigeria

Experten: Religionsfreiheit weltweit immer mehr unter Druck

Das internationale päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" hat einen neuen Bericht zur "Religionsfreiheit weltweit" vorgelegt. Die 800-Seiten-Analyse sieht insgesamt keine positive Entwicklung bei diesem Menschenrecht.

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Das internationale päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" hat einen neuen Bericht zur "Religionsfreiheit weltweit" vorgelegt. Die 800-Seiten-Analyse sieht insgesamt keine positive Entwicklung bei diesem Menschenrecht.

Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), hat eine wachsende Einschränkung der Rechte von Gläubigen kritisiert. So gebe es in der Volksrepublik China eine "systematische und massive Repression" der muslimischen Uiguren und der buddhistischen Tibeter, sagte Grübel am Donnerstag in Berlin. Er äußerte sich bei der Vorstellung des neuen Berichts zu "Religionsfreiheit weltweit" des internationalen päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not".

Grübel dankte dem Hilfswerk für seine 15. Datensammlung dieser Art seit 1999, die ein internationales Team aus 30 Autoren erstellte. Demnach gibt es derzeit in 62 von 196 untersuchten Ländern schwerwiegende Verstöße gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. In den meisten von ihnen habe sich die Lage seit 2018 verschlechtert. Zu den schwersten Rechtsverletzern zählen demnach einige der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, außer China auch Indien, Pakistan, Bangladesch und Nigeria.

Religionsfeindliche Straftaten auch in Deutschland

Im Vergleich zu diesen Ländern sei Deutschland eine "Insel der Seligen", betonte Grübel. Allerdings gebe es auch in der Bundesrepublik religionsfeindliche Straftaten. Zudem werde die Religionsfreiheit etwa mit Blick auf die Beschneidung von Jungen, das Schächten und das Glockenläuten zu Gottesdiensten in Frage gestellt.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch berichtete, Vertreter nichtchristlicher Religionen hätten ihm ihre Sorge vor einer wachsenden Religionsfeindlichkeit auch in Deutschland zum Ausdruck gebracht. Zugleich betonte er, nach der ersten Welle der Corona-Pandemie zeige der Staat mit Blick auf die gottesdienstlichen und seelsorglichen Erfordernisse der Religionsgemeinschaften "sehr viel Verständnis". Auch sie müssten aber bereit sein, sich kritischen Anfragen zu stellen, wenn es etwa um religiöse Symbole im öffentlichen Raum gehe.

Religionen als Sündenböcke der Pandemie

Der Geschäftsführende Präsident der Päpstlichen Stiftung "Kirche in Not", Thomas Heine-Geldern, erklärte, die Freiheit, eine Religion auszuüben oder nicht, sei ein grundlegendes Menschenrecht. Von der wachsenden Einschränkung dieser Freiheit sei weltweit jedoch keine Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaft ausgenommen. So würden Juden, Christen oder Muslime in manchen Ländern zu Sündenböcken der Corona-Pandemie gemacht.

Der Vorsitzende des Redaktionsausschusses des Berichts, Mark von Riedemann, erklärte, die Religionsfreiheit werde vor allem durch autoritäre Regime wie die marxistische Diktatur in Nordkorea, durch islamistischen Extremismus etwa in Afrika oder ethnischen Nationalismus wie in Indien missachtet. Dies betreffe ein Drittel aller Staaten weltweit mit insgesamt rund 5,2 Milliarden Menschen.

"Kirche in Not" unterstützt nach Angaben seiner Geschäftsführerin und Projektdirektorin Regina Lynch Hilfsmaßnahmen mit jährlich rund 15 Millionen Euro. Derzeit würden vor allem Projekte für syrische Flüchtlinge im Libanon gefördert.

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