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Von Alleinerziehenden bis zu Patchwork-Modellen – Zahlen im Bistum Münster

Familienberatung: Klassische Familie macht nur ein Drittel aus

Zusammenlebende Paare mit gemeinsamen minderjährigen Kindern machen noch 33 Prozent der Ratsuchenden bei der Familienberatung im Bistum Münster aus. Das geht aus dem EFL-Jahresbericht für 2019 hervor.

Vater, Mutter, Kind – bei der Ehe, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster ist die klassische Familienform nur eine unter vielen: Zusammenlebende Paare mit gemeinsamen minderjährigen Kindern machen noch 33 Prozent der Ratsuchenden aus, wie aus dem EFL-Jahresbericht für 2019 hervorgeht.

13 Prozent der Klienten sind demnach Alleinerziehende, sechs Prozent sind Stief-, Patchwork-, Adoptiv- oder Pflegefamilien mit minderjährigen Kindern. Der EFL im Bistum sei es wichtig, „den Begriff der Familie größer zu denken als im klassischen Sinn“, sagt Leiterin Andrea Stachon-Groth der Bischöflichen Pressestelle.

Nachfrage stabil

26 Prozent der Ratsuchenden bei der EFL im Bistum lebt allein oder als Paar mit erwachsenen Kindern. „Hier hält die Kirche ein Angebot bereit für Menschen, die sonst durchs Raster fallen“, so Stachon-Groth. Die Beratung von Familien mit erwachsenen Kindern erhalte keine Landesförderung.

Die Nachfrage bei der EFL bleibt stabil. 2019 haben laut Bericht 13.699 Menschen die 38 Beratungsstellen im Bistum aufgesucht; auch in beiden Vorjahren waren es jeweils mehr als 13.000. 59 Prozent der Ratsuchenden waren katholisch, das EFL-Angebot steht gleichwohl auch Menschen anderer oder ohne Religionszugehörigkeit offen.

Themen der Beratung

Finanziert wird die EFL zu zwei Dritteln vom Bistum Münster, zu 18 Prozent von den Kommunen, zu elf Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen, hieß es. Die restlichen Mittel stammen aus Spenden.

Die Beratung werde häufig aufgesucht, wenn sich Lebenssituationen ändern, so Stachon-Groth. Auch, wenn sich Beziehungen zwischen Paaren, heranwachsenden oder erwachsenen Kindern und anderen Familienangehörigen wandelten. Einzelpersonen kämen oft wegen Selbstwertproblemen, stimmungsbezogenen Problemen wie Depressionen und nach kritischen Lebensereignissen.

Mit Blick auf die Wochen der Schließung der Beratungsstellen in der Corona-Pandemie sagt die EFL-Leiterin, durch die Umstellung des Angebots sei „die Bereitschaft zu und die Erfahrung mit digitaler Beratung gestiegen“.

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