NRW-Gesundheitsminister besucht Johannes-Hospiz in Münster

Laumann: „Hospize sind christliche Antwort auf Sterbehilfe-Debatte“

  • NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich im Johannes-Hospiz in Münster über Angebote und Möglichkeiten der Einrichtung informiert.
  • Die Hospiz-Arbeit bezeichnete er als „christliche Antwort auf die Debatte der Sterbehilfe“.
  • Der Politiker nahm auch die Situation im Pflegebereich in den Blick.

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Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Hospizarbeit als „christliche Antwort auf die Debatte der Sterbehilfe“ bezeichnet. In den vielen konfessionellen Einrichtungen sei der assistierte Suizid keine Option, weil es dort eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Ende des Lebens gebe.

„Ein Mensch beendet sei Leben nur, wenn er Angst vor dem hat, was da kommt“, sagte Laumann bei einem Besuch des Johannes-Hospizes in Münster. „Diese Angst kann durch die Angebote in Hospizen gemeinsam mit den palliativen Möglichkeiten genommen werden.“

Hospiz wird 25 Jahre alt

Laumann war auf Einladung des Hospizes nach Münster gekommen, das 2024 sein 25-jähriges Bestehen feiert. Am Bau der Einrichtung für mittlerweile zehn Gäste hatte sich das Land finanziell beteiligt.

Dem Minister wurden die Räumlichkeiten gezeigt und er sprach mit Bewohnern und Mitarbeitenden. Zudem informierte er sich über die Arbeit in den stationären und ambulanten Diensten und bekam Einblick in die Angebote der benachbarten Hospiz-Akademie.

Minister: Spenden schaffen auch Freiräume

Vom räumlichen und personellen Angebot war Laumann beeindruckt. Dass diese „sehr guten Voraussetzungen“ nicht ausschließlich durch die öffentliche Hand finanziert werden können, sah er auch als Chance. „Staatsgelder ziehen immer Rechenschaften nach sich.“ Das bürgerschaftliche Engagement und die Mitfinanzierung durch Spenden schaffe einen Bereich, wo frei von staatlichen Vorgaben agiert werden könne. „Das ist wertvoll.“

Laumann nahm bei seinem Besuch auch ausführlich Stellung zur Situation der Pflege in Deutschland. Bei der Anerkennung der Abschlüsse ausländischer Pflegekräfte etwa forderte er die Politik auf, „etwas lockerer zu werden“. Nicht alles in Deutschland müsse drei Mal geprüft werden, bevor es realisiert werden könne.

Laumann mahnt "Mut zu Entscheidungen" im Pflegebereich an

Generell gehe es im Pflegebereich darum, zu schauen, wie Ansprüche zu halten seien und dabei realistisch zu bleiben. „Wir müssen da Mut haben, Entscheidungen zu treffen.“

Dabei sah er vor allem auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Die Belastungen und Herausforderungen des Pflegeberufs sowie die demografischen Herausforderungen auf der Suche nach Nachwuchs ließen sich nicht wegdiskutieren, sagte Laumann. Es brauche Wertschätzung für die Pflegekräfte: „Es muss stark auf die Bedürfnisse der Belegschaft eingegangen werden, auch wenn Budget und Organisation Grenzen setzen.“

Mit Blick auf die personellen und finanziellen Möglichkeiten der Hospizarbeit verwies Laumann darauf, dass der Großteil der Pflege und Sterbebegleitung in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und im familiären Umfeld geschehe. „Die spannende Frage ist, wie wertschätzend und finanziell gerecht wir mit diesen Situationen umgehen.“

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
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