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Historiker-Kommission der Universität übergibt ihr Gutachten an Bischof von Münster

So reagiert Bischof Felix Genn auf das Missbrauchs-Gutachten

Missbrauch im Bistum Münster: Bischof Genn nimmt Gutachten entgegen. | Video: Marie-Theres Himstedt

  • Bischof Felix Genn hat das Missbrauchs-Gutachten für das Bistum Münster entgegengenommen.
  • Dabei dankte er vor allem den von Missbrauch Betroffenen für ihre Zusammenarbeit mit dem Forscherteam.
  • Genn sagte, er wolle sowohl persönliche als auch institutionelle Verantwortung übernehmen.
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Bischof Felix Genn hat sich für eine "völlig unabhängige" Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ausgesprochen. Darauf hätten vor allem die Betroffenen einen Anspruch. Ihnen dankte der Münsteraner Bischof dafür, dass sie "ihre Leidensgeschichte dem Forscherteam offenbart haben".

Bei der Übergabe der Missbrauchs-Studie für das Bistum Münster durch eine Historiker-Kommission der Universität Münster kündigte Genn am Mittag zudem Maßnahmen und Konsequenzen an, die er nach der Lektüre der Studie am Freitag dieser Woche nennen werde.

Genn: Kann nicht auf Annahme einer Entschuldigungsbitte hoffen

Angesichts des Leids der Betroffenen sei es ihm "als Priester und Mensch bewusst, dass ich nicht erwarten kann, dass Betroffene sexuellen Missbrauchs eine Entschuldigung durch mich annehmen". Eine Betroffene habe ihm gesagt, sie habe ihm nur deshalb geglaubt, weil er auf eine solche Bitte verzichtet habe.

Zugleich wisse er, so Genn, dass für viele andere Betroffene "eine ehrliche Bitte um Entschuldigung wichtig ist".

Genn: Wirkliche Umkehr nötig

Überdies brauche es neben dem Eingeständnis von Fehlern und ehrlicher Reue "eine wirkliche Umkehr" und "weitere Konsequenzen", betonte der Bischof. "Das ist für mich eine Verpflichtung, an der ich mich lassen muss."

Genn sagte, er kenne die Ergebnisse der Studie noch nicht. Zugleich begrüßte er, dass die Ergebnisse zunächst in einer vorangegangenen Pressekonferenz den Medien bekannt gemacht worden seien.

Genn: Ich übernehme doppelte Verantwortung

Er selber werde an einer öffentlichen Veranstaltung am heutigen Abend teilnehmen und sich am kommenden Freitag, 17. Juni, zu Konsequenzen aus dem Gutachten äußern. Dabei lasse er sich von drei Aspekten leiten: Die Betroffenen dürften weder vereinnahmt noch eine Solidarität mit ihnen konstruiert werden, "auf die ich kein Anrecht habe". Zudem sei eine "möglichst umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit" auch nach der Studie nicht abgeschlossen.

Überdies übernehme er selber sowohl die Verantwortung für persönliche Fehler im Umgang mit sexuellem Missbrauch wie auch eine institutionelle Verantwortung, die ihm als "Regens und Weihbischof in Trier, als Bischof von Essen und Münster" zukomme.

Die Stellungnahme von Bischof Felix Genn im Wortlaut finden Sie hier.

Das gesamte Missbrauchs-Gutachten der Historiker-Kommission der Universität Münster ist hier zu finden.

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