Anzeige
Komm in den Login KLup
___STEADY_PAYWALL___

Bereits von Aufgaben entbunden - Rücktritt aus eigenen Stücken nicht möglich

Kölner Weihbischof Schwaderlapp bietet dem Papst Amtsverzicht an

  • Nach der Vorstellung eines belastenden Missbrauchsgutachtens hat der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp (53) Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten.
  • Zu wenig und nicht systematisch und entschieden genug - so könne man sein Verhalten zusammenfassen, so Schwaderlapp.
  • „Tiefer noch beschämt mich, zu wenig beachtet zu haben, wie verletzte Menschen empfinden, was sie brauchen und wie ihnen die Kirche begegnen muss.“
Anzeige

Nach der Vorstellung eines belastenden Missbrauchsgutachtens hat der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp (53) Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. „Die Untersuchung hält ernste Versäumnisse fest, die ich zu verantworten habe“, erkläre Schwaderlapp am Donnerstag in einer persönlichen Stellungnahme. Zuvor hatte Kardinal Rainer Maria Woelki den Weihbischof von seinen Aufgaben entbunden.

Zu wenig und nicht systematisch und entschieden genug - so könne man sein Verhalten zusammenfassen, so Schwaderlapp. Seine Pflicht in seinem früheren Amt als Generalvikar sei es auch gewesen, zu überprüfen, ob Missbrauchsfälle der Ordnung entsprechend nach Rom gemeldet wurden.

Der Weihbischof kann seinen Rücktritt nicht aus eigenen Stücken erklären; auch Woelki kann ihn nicht entlassen. Die Entscheidung über den - dann endgültigen - Amtsverzicht liegt beim Papst.

 

Entschuldigung bei Betroffenen

 

„Tiefer noch beschämt mich, zu wenig beachtet zu haben, wie verletzte Menschen empfinden, was sie brauchen und wie ihnen die Kirche begegnen muss. Das ist ein Versagen als Seelsorger und als Mensch“, so Schwaderlapp. Er entschuldigte sich bei den Betroffenen.

Juristen um den Strafrechtler Björn Gercke hatten am Donnerstag ein Gutachten zum Thema Missbrauch im Erzbistum Köln vorgestellt. Die Untersuchung sollte auch aufzeigen, ob Bistumsverantwortliche Täter geschützt und Verbrechen vertuscht haben. Sie wiesen Schwaderlapp, der von 2004 bis 2012 Generalvikar in Köln war, acht Pflichtverletzungen im Umgang mit Missbrauchsfällen nach.

Update 13.30 Uhr: Weitere Aussagen Schwaderlapp

Drucken
Anzeige