Aussagen zu Impfstoffen aus Zellen abgetriebener Föten

Vatikan gegen Impf-Pflicht – Umstrittene Wirkstoffe ethisch zulässig

  • Der Vatikan spricht sich gegen eine Verpflichtung zu Corona-Impfungen aus.
  • Wirkstoffe, für deren Entwicklung Zellen abgetriebener Föten verwendet wurden, lehnt er ab.
  • Die Glaubenskongregation sieht jedoch in eng begrenzten Fällen Ausnahmen vor.
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Der Vatikan spricht sich gegen eine Verpflichtung zu Corona-Impfungen aus. Immunisierungen müssten freiwillig erfolgen, heißt es in einer Erklärung vom Montag. Wer es ablehne, sich den Wirkstoff verabreichen zu lassen, müsse jedoch andere Mittel ergreifen, um nicht zum Virus-Überträger zu werden, erklärt der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, in dem von Papst Franziskus gebilligten Dokument.

Wirkstoffe, für deren Entwicklung Zellen abgetriebener Föten verwendet wurden, lehnt der Vatikan ab. Die Glaubenskongregation sieht jedoch in eng begrenzten Fällen Ausnahmen vor. Wenn keine moralisch einwandfreien Wirkstoffe zur Verfügung stünden, dürften Gläubige sich auch jene Corona-Impfungen verabreichen lassen, die wegen der Herkunft der Zelllinien umstritten sind.

Warum umstrittene Wirkstoffe moralisch vertretbar sind

Der Grund für die moralische Zulässigkeit von „als klinisch sicher und wirksam anerkannten Impfungen“ sei demnach, dass derjenige, der die Impfung vornehme, nicht mit dem moralischen Übel von Abtreibung aktiv kooperieren wolle.

Auch eine „passive“ Kooperation beim Einsatz ethisch umstrittener Impfstoffe sei zu vermeiden. Das sei aber nicht bindend, „wenn eine schwerwiegende Gefahr besteht wie etwa die ansonsten nicht eindämmbare Ausbreitung eines schwerwiegenden Krankheitserregers“ wie des Corona-Virus.

Ruf nach ethisch unbedenklichen Impfungen

Die moralisch legitime Verwendung umstrittener Impfstoffe bedeute keine auch nur indirekte Legitimation für Abtreibungen, so die Glaubenskongregation. Daher seien sowohl „pharmazeutische Unternehmen wie auch staatliche Gesundheitsbehörden aufgefordert, ethisch vertretbare Impfstoffe zu produzieren, zuzulassen, zu vertreiben und anzubieten“.

Die britischen Bischöfe hatten nach anfänglichem Widerstand bereits vor wenigen Tagen dem Einsatz des Anti-Corona-Wirkstoffs zugestimmt, der vom Unternehmen „Astra Zeneca“ in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt wurde. Dabei sollen Zelllinien eines in den 1960er Jahren abgetriebenen Fötus verwendet worden sein.

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